NARCOTIC WASTELAND – „Delirium Tremens“

NARCOTIC WASTELAND – „Delirium Tremens“

📁 Reviews 🕔14.November 2017
NARCOTIC WASTELAND – „Delirium Tremens“

NARCOTIC WASTELAND – „Delirium Tremens“

Label: Megaforce / H´art

Laufzeit: 49:23 min

VÖ: 13.10.2017

Genre: Mega-Giganto-Hyperblast-Technik-Death-Extrem-Metal-Maschine

Selten fehlen mir die Worte. Aber ich habe noch nichts gefunden, was auch nur annähernd den Wahnsinn auszudrücken vermag, mit dem mich NARCOTIC WASTELAND überrollen. Das ist mal etwas, was den Namen Extreme Metal nicht nur verdient, sondern ihm auch alle Ehre macht. Ich rede hier von Musik, die Grenzen in alle Himmelsrichtungen nicht nur auslotet, sondern auch neu zu definieren vermag. Musik, die vermeintliche Gegensätze scheinbar leichtfüßig und elegant überwindet und symbiotisch vereint. Da werden auf Instrumenten Geschwindigkeiten gespielt, die trotz Trigger und den Fingerfertigkeiten hochbezahlter Neurochirurgen und E-Sport-Koryphäen an Schlagzeug und Gitarre einfach unmenschlich wirken. Und doch wirkt da nichts hetkisch oder gehetzt, sondern fließend und harmonisch. Da werden die Lieder aus vielen differenten Teilen zusammengefügt. Und doch fühlt man eine tiefgreifende Kompaktheit und Ausgewogenheit. Da spielen die Gitarren hochkomplexe, filigrane und in sich potenziert verschachtelte Riffs. Und doch klingen diese zu jeder Zeit frisch, aufregend und nachvollziehbar.

Der von den drei Saitenhexern übernommene Gesang hält die ganze Chose zudem mit dynamischem Growlen und peitschenden Linien zusammen. Textlich geht es dem Titel entsprechend um Süchte und deren zerstörerische Kraft auf die menschliche Psyche und das Leben an sich, um die Abgründe und die Verzweiflung, die Drogen in uns und den Menschen um uns herum erschaffen können.

Dallas Toler-Wade hat nach seinem Ausstieg bei Nile NARCOTIC WASTELAND zu seiner Hauptspielwiese gemacht. Seine drei Mistreiter stehen ihm in technischer Finesse und handwerklichem Ausnahmetalent in nichts nach. Und auch die Bandchemie scheint zu stimmen, denn anders ist die Einheit und Totalität von „Delirium Tremens“ kaum zu erklären. Anspieltipps kann ich keine benennen, hier kann jeder jedes Lied ganz für sich entdecken. Aus dem großen Block Stahlbeton ragt für mich allerdings „Bleed And Swell“ heraus, ein echter Stampfer hymnischen Death Metals, massiv und brutal. Diesen Weg dürfen Narcotic Wasteland zukünftig für mich noch etwas intensiver beschreiten. Und eine Snare darf man auch ruhig als solche erkennen.

Fazit: Fans von Technical Death Metal kommen an NARCOTIC WASTELAND nicht vorbei. Das ist uneingeschränkt hochwertig, energetisch und mitreißend! Yeah.

Tracklist

1. Introspective Nightmares (4:56)
2. Faces of Meth (3:37)
3. Return to the Underground (4:23)
4. We Agnostics (3:16)
5. In Memoriam(0:59)
6. Bleed and Swell (5:24)
7. Delirium Tremens (3:56)
8. Self Immolation (0:48)
9. Life Revolted (3:40)
10. You Will Die Alone (4:02)
11. Husk (3:58)
12. Pharma Culture (5:55)
13. Anthem for the mentally scarred (4:19)

 

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