Ayreon (NL) – The Source

Ayreon (NL) – The Source

📁 Allgemein, Musik, Reviews, Tipp der Redaktion 🕔21.April 2017
Ayreon (NL) – The Source

Ayreon

Die musikalische Vita des Niederländers liest sich wie eine Diskografie des „Dutch Metal“ und Dutch Prog-Metal“. Seine Laufbahn begonnen hat er bei Bodine, mit denen er zwei Alben einspielte, es folgten die Groove-Hardrocker Vengeance mit denen er insgesamt 4 Alben einspielte und auf „Back From Flight 19“ noch einen Gastauftritt hatte. Sein erstes Solo-Album „Pools Of Sorrow, Waves Of Joy“ zeigte ihn dann 1994 von seiner gefühlvollen und akustischen Seite. 1995 schließlich begann das, was seitdem für Aufsehen sorgt und die Fans immer wieder sehnsüchtig auf ein neues Album hinfiebern lässt. Ayreon war geboren. Das thematische Konzept des Computers im Jahr 2084, der die Welt retten sollte und dafür den blinden Protagonisten Ayreon erwählt, ist neu und fällt vor allem durch seine musikalische Ausrichtung als Rock/Metal Oper auf. Der Nachfolger „Actual Fantasy“ erscheint 1996 und setzt die ersten Maßstäbe für alles, was noch folgen sollte. Besonders das dritte Album „Into The Electric Castle“ gilt bis heute als eines der besten Alben von Ayreon. Doch der rast- und ruhelose Multiinstrumentalist, Songwriter und wer was weiß noch alles, brauchte eine Auszeit von Ayreon, spielte ohne seine Namensnennung unter dem Banner „Strange Hobby“ ein Coveralbum ein, das ihn mit seiner musikalischen Früherziehung konfrontierte. Neben Ayreon fand er so auch immer wieder Zeit für andere Projekte wie Star One, Ambeon, Stream Of Passion, Guilt Machine oder The Gentle Storm.

 

Ganze vier Jahre mussten sich die Fans nun in Geduld üben und auf ein neues Ayreon Album warten. Als dann endlich erste Informationen über ein neues Album nach draußen drangen, war die Vorfreude groß. Die ersten Namen gelangten an die Öffentlichkeit, was vom Meister selbst über YouTube und Facebook noch zusätzlich lanciert wurde. Nun also liegt das Album vor, auf das die Gemeinde so lange gewartet hat. Wer nun auch nur im Ansatz etwas anderes als ein Meisterwerk erwartet, hat Ayreon und den musikalischen Kosmos von Arjen Anthony Lucassen nicht verstanden. Namedropping? Natürlich. Warum auch nicht, denn gerade die Umsetzung einer Story (bitte findet selber heraus um was es bei “The Source” geht, denn nur so taucht ihr richtig in die Musik ein) und die Besetzung der verschiedensten Charaktere mit Musikern, die allesamt ihr Handwerk verstehen, bilden das Grundgerüst eines jeden Ayreon Albums. Namentlich erwähnenswert sind neben vielen anderen diesmal: James LaBrie, Tobias Sammet, Simone Simons, Hansi Kürsch, Floor Jansen, Russell Allen, Paul Gilbert, Guthrie Gowan, Mark Kelly oder Ed Warby, ohne die Leistung der anderen Künstler schmälern zu wollen, die zum Gesamtkunstwerk „The Source“ beitragen.

 

Musikalisch verfolgt Arjen auch auf „The Source“ den 1995 eingeschlagenen Pfad weiter, setzt auf schwelgerische und voluminöse Hammondsounds, breitet das fetteste Riffing wie einen Klangteppich über seinen Songs aus, taucht ein in ruhige Phasen, um dann der Eruption eines Vulkans gleich wieder hervorzubrechen. Trotz dieser ganzen Wucht strahlen die Songs eine dermaßen angenehme Wärme und Tiefe aus, das man sich zwangsläufig fragt, was der Mann anders macht als die ganzen anderen Produzenten, die häufig nur steril klingende Alben auf die Reihe kriegen. Nichts wirkt gekünstelt, überdimensioniert oder aufgesetzt und besitzt gerade deswegen diese ungeheure Erhabenheit und organische und wuchtige klangliche Präsenz. Einmal mehr beweist der Niederländer, dass er sich musikalisch mit seinem Schaffen in einer anderen Welt zu bewegen scheint.

 

Fazit: Ein weiterer Beweis, dass Musik organisch, ausufernd, emotional berührend und bewegend sein kann.

 

CD 1:

  1. The Day That The World Breaks Down
  2. Sea Of Machines
  3. Everybody Dies
  4. Star Od Sirrah
  5. All That Was
  6. Run! Apocalypse! Run!
  7. Condemned To Live

 

CD 2:

  1. Aquatic Race
  2. The Dream Dissolves
  3. Deathcry Of A Race
  4. Into The Ocean
  5. Bay Of Dreams
  6. Planet Y Is Alive!
  7. The Source Will Flow
  8. Journey To Forever
  9. The Human Compulsion
  10. March Of The Machines

 

 

Label: Mascot Label Group

VÖ: 28.04.2017

Laufzeit: 70:27 Min.

Herkunft: Niederlande

Stil: Prog-Rock/-Metal

Webseite: http://www.arjenlucassen.com/content/

Beitragsbild: Copyright by Lori Linstruth

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen

Ähnliche Artikel

HEIR – „Au Peuple De L’Abîme“

HEIR – „Au Peuple De L’Abîme“

HEIR – „Au Peuple De L’Abîme“ Label: Les Acteurs de l’Ombre Productions Spielzeit: 38:37 min VÖ: 20.10.2017 Genre: Post Black Metal Klangwelten aus schmutzigem Eis,

Weiterlesen