THE DARK RED SEED – „Stands With Death“

THE DARK RED SEED – „Stands With Death“

📁 Reviews 🕔05.Dezember 2017
THE DARK RED SEED – „Stands With Death“

THE DARK RED SEED – „Stands With Death“

Label: Prophecy Productions

Laufzeit: 23:44 min

VÖ: 15.09.2017

Genre: Singer-Songrwriter trifft auf dem Totenbett schmutzigen Bluesrock

The Dark Red Seed ist das Projekt der beiden amerikanischen Musiker Tosten Larson, bekannt als Gitarrist von King Dude, sowie Shawn Flemming. Thematisch geht es um dem Tod und seine Präsenz in verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen. Die Musik ist einzigartig, eine obskure Mischung aus Blues, Folk, Rock, Schmutz von amerikanischen Straßen, von verstaubten Einöden, menschenleer, dreckig, verlassen, verdarbt. Durch die Tosten Larson streift wie irgendwann einst Denzel Washington in „The Book Of Eli“. Vor allem jedoch die Gitarre ist es, die tief berührt: So dreckig, rau, rostig, schäbig und dabei voller dunkler Sündhaftigkeit habe ich noch nie eine Gitarre Verzweiflung, Wut, Schmerz und Zorn singen gehört. Unbeschreiblich!

Basis des ersten Songs „The Antagonist“ ist ein sanftes Schlagzeug, das perkussive Wärme verbreitet und den Song behutsam, aber stoisch voranschreiten lässt. Darüber singt Tosten Larson in bester Singer-Songwriter Tradition eines Underdogs mit einer warmen und lakonischen Stimme, die sich aber immer wieder auch emotional klagend erhebt. Repetitiv schleudert er uns entgegen: „You’re not the chosen one.“ Beherrscht wird der Song jedoch von dieser dunklen Gitarre, die immer wieder aus der Unendlichkeit in rauer und kantiger Verzerrung hervorbricht, die Stimme fordernd umspielt und mit urgewaltiger Plötzlichkeit Aggressivität in den Song gießt wie einen Eimer kaltes Wasser.

Der zweite Song „The Tragedy Of Alesund“ beginnt als Klangcollage aus der schon aus „The Antagonist“ bekannten rau-verzerrten Gitarre und vereinzelten Beckenschlägen, zu denen sich scheinbar wahllos vereinzelte Trommelschläge gesellen. Über diese Tonsammlungen setzt sich dann wiederum Tosten Larson, der mit ruhiger Stimme rezitativ einen Monolog skandiert und so den Song irgendwie zusammenhält. Erst spät schält sich dann so etwas wie ein die Stimme begleitender Rhythmus aus den Gitarren- und Perskussionsvariationen heraus, die sich langsam auftürmen und schließlich, vom Schlagzeug angekündigt, in einer brachial-düsteren Eruption aus schwerem Groove und brüllender Gitarre explodieren. Die Stimme agiert mit deutlich mehr Esprit, Lautstärke und anklagendem Unterton, bis in einem letzten schweren Aufbäumen aus Gitarre und Schlagzeug das Ende naht.

Das abschließende „The Master And The Slave“ wird getragen von einem massiv doomigen Schlagzeugrhythmus, über dem die Gitarre ein Riff unerschütterlich wieder und wieder aneinander reiht. Darüber erhebt sich die Stimme verhallt und sphärisch. Ab und an aufgebrochen von einem Break und einem wunderbar langen und kruden Gitarrensolo entfaltet das Lied eine wahrhaft hypnotische Wirkung und bleibt trotz aller Monotonie bis zum kakophonischen Ende spannend und mitreißend.

Fazit: THE DARK RED SEED sind einzigartig. Mit einer Mischung aus Singer-Songwriter und schmutzigem Bluesrock erschaffen sie ein Stimmung voller Endzeit, Trauer, und Schmerz, die fesselt und berührt. Unbedingt reinhören!

Tracklist

1. The Antagonist (5:44)
2. The Tragedy Of Alesund (8:39)
3. The Master And The Slave (9:21)

(Quelle Bilder: facebook.com/TheDarkRedSeed/)

 

 

 

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