DESECRATOR – „To The Gallows“

DESECRATOR – „To The Gallows“

📁 Reviews 🕔01.Dezember 2017
DESECRATOR – „To The Gallows“

DESECRATOR – „To The Gallows“

Label: Violent Creek Records

Spielzeit: 55:40 min

VÖ: 27.10.2017

Genre: Best Traditional Australian Thrash Metal

DESECRATOR legen mit „To The Gallows“ nach drei kleineren Veröffentlichungen ihr volles Debüt vor. Und das, es sei vorweg angemerkt, kann sich durchaus sehen lassen.

Wuchern können DESECRATOR mit einem fetten Gitarrenpfund. Die beiden Gitarrenhelden Scott Anning und Riley Strong hauen tonnenweise schnelle, bratende, giftige Riffsalven raus, die den Songs nicht nur Klasse, sondern vor allem Abwechslung verleihen. Dazu gesellen sich sich überschlagende und dabei dennoch melodiöse und gnadenlos gut gespielte Soli. Die Songs werden damit trotz einer grundsätzlich ähnlichen Grundstruktur nie langweilig, sondern bleiben interessant und eigenständig. Sänger Riley Strong schreit-brüllt sich darüber die Seele aus dem Leib, ihm gelingt dabei eine gute Balance aus richtig schön aggro und angepisst vs. kontrolliert und nachvollziehbar. In den Refrains haucht er den Songs ab und an eine melodiöse Note ein, sie werden zudem immer wieder mit Gangshouts aufgehübscht. Dazu kommt ein genretypisch rotziger Sound, der schön schmierig und rau daherkommt, dabei aber den Instrumenten und der Stimme genug Luft zur Entfaltung lässt. Das passt.

Als Referenzen können die frühen Anthrax herhalten, aber im Bereich der Gitarrenarbeit auch Exodus und ähnliche Epigonen des frühen Ami-Thrash. Aber. Ja, hier kommt das große Aber: Für mich sind die Songs viel zu lang. Statt sich ab und an auf die Grundessenz zu fokussieren, neigen DESECRATOR leider dazu, ihre Songs künstlich aufzublasen. Nach zwei Strophen und Refrains plus Solo ist ein guter Thrash-Song dann eben auch mal mit einem letzten Refrain auserzählt. DESECRATOR pappen daran aber stets noch einen Mittelteil nebst noch einem Solo, und dann ist immer noch nicht Schluss. Freunde, das nervt. Vor allem, wenn es dann in der kompositorischen Klasse zu den genannten Altvorderen noch ein Stück weit fehlt. In manchen Momenten hat man zudem das Gefühl, dass die Gitarren so schnell davon preschen, dass das Schlagzeug größte Mühe hat, dem Affenzahn zu folgen. Vor allem die Doublebass wirkt dann zuweilen arg holprig. Und wen man mit „As I Die“ und den darin intonierten „Uhuhus“ und der Idee eines Hiddentracks (Gähn!) hinter welchem Ofen vorlocken möchte, bleibt mir vollends rätselhaft.

Fazit: DESECRATOR lassen mit „To The Gallows“ ein Stück saftigen Thrash auf die Welt los, das allen Freunde alten wie neuen Thrashs gefallen dürfte. Trotz einiger Schwächen verbreiten DESECRATOR gute Laune und sorgen mit ihrem Thrash-Gebräu für gute 50 Minuten Kurzweil und ein ultrabreites Grinsen in der Fresse. Und was will man denn bitte schön mehr?!

Trackliste:

1. To the Gallows (5:09)
2. Desert for Days (6:09)
3. Red Steel Nation (5:10)
4. As I Die (4:46)
5. Serpent’s Return (4:31)
6. Hellhound (4:32)
7. Thrash Is a Verb (3:40)
8. Down to Hell (5:42)
9. Brainscan (10:24)

(Quelle Bilder: facebook.com/DESECRATORAUS/)

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