Eloy (D) – The Vision, The Sword & The Pyre

Eloy (D) – The Vision, The Sword & The Pyre

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔27.August 2017
Eloy (D) – The Vision, The Sword & The Pyre

Acht Jahre mussten die Fans auf ein neues Lebenszeichen ihrer Kultband warten. Immer wieder kam es zu Verschiebungen der Veröffentlichung, technische Probleme waren ausschlaggebend dafür. Nun liegt aber endlich das neue Werk vor und ist gleichzeitig ein Novum in der Geschichte der Hannoveraner. Frank Bornemann hat sich auf „The Vision, The Sword & The Pyre“ diesmal Jeanne D’Arc angenommen und taucht dabei tief in den Kosmos der französischen Nationalheldin ein. Auf der Webseite heißt es dazu von Frank Bornemann: „Ihr Name hat die Jahrhunderte überdauert und wird sich vermutlich im Gedenken der Menschen bis zum jüngsten Tag erhalten. Obwohl sie nur 19 Jahre alt wurde und sich ihr ganzes Wirken nur über zwei Jahre erstreckte, hinterlässt sie ein einzigartiges Vermächtnis, gibt Rätsel auf und löst Fragen aus, die kontroverser nicht diskutiert werden könnten, aber auf die sich auch kaum gültige und finale Antworten finden lassen, die über jeden Zweifel erhaben wären. Ihre fast schon unglaubliche Geschichte fasziniert unwiderstehlich jeden, der sich ihr nähert. Historiker, Schriftsteller, Komponisten, Filmemacher, Wissenschaftler, Mediziner, Psychologen, Politiker, ja sogar die katholische Kirche, die in der Geschichte der Jeanne d´Arc eine besondere Rolle einnimmt, beschäftigen sich unermüdlich und immer wieder neu mit ihrer Gestalt und den Widersprüchlichkeiten, die sie aufwirft. Es ist somit nicht verwunderlich, dass wir heute bereits auf eine schier unendlich scheinende Menge von literarischen Werken, sei es im Sachbuchbereich, oder auch in Romanform blicken, sowie auf zahlreiche Spielfilme und Bühnenwerke mit unterschiedlichsten Interpretationen und verschiedener Ambition, die sich mit dem Phänomen Jeanne d´Arc auseinandersetzen, oder ihr auch nur Bewunderung entgegenbringen wollen, ohne dabei den letzten Schleier zu enthüllen, der das Mysterium ihrer Person scheinbar auf ewig verbirgt. Obwohl es unerreichbar zu sein scheint, dies wirklich zu schaffen, habe ich es versucht, sie selbst und ihren kurzen, so furios und rätselhaft verlaufenden Lebensweg, sowie ihr berührendes Schicksal in einem Werk ohne spekulative und bizarre Interpretationsausflüge möglichst authentisch und lebendig im Zusammenspiel von Musik und Text abzubilden.“

 

Eine Rockoper ist dabei herausgekommen, die einerseits dem Schaffen von Bornemann gerecht wird und aufgrund des inhaltlichen Konzepts trotzdem neu ist. Die Musik und die Story sind tief miteinander verwoben, bilden sich gegenseitig ab und befruchten sich. Das eigentlich neue dabei ist, dass dadurch die meisten Songs in einem Kontext zueinander stehen, sich nicht als Einzeltitel bemerkbar machen. Man muss Zeit mitbringen, sich mit dem Werk beschäftigen und sich sowohl den inhaltlichen als auch den musikalischen Eindrücken öffnen. Das Album wirkt atmosphärisch dicht gestrickt, zeigt, dass sich Bornemann voll und ganz dem Konzept untergeordnet hat, nicht versucht alte ausgetretene Pfade zu beackern. Die typischen Elemente eines Eloy Albums sind natürlich trotzdem vorhanden, doch es grenzt in seiner Kompaktheit an Werke wie „The Wall“ von Pink Floyd oder an „Tommy“ von The Who und spielt mit allen Anteilen, die einer Rockoper gerecht werden.

 

So mancher Eloy-Fan wird sicherlich anfangs ein wenig auf Gewöhnung umschalten müssen, doch nach mehrmaligem Genuss öffnet sich das Album und offenbart seinen musikalischen Reichtum. 60 Minuten Art- und Prog-Rock warten darauf, vom Hörer entdeckt zu werden.

 

 

Fazit: Trotz Anlaufschwierigkeiten entwickelt sich das Album zu einem neuen Kosmos im Schaffen Bornemanns.

 

 

  1. The Age Of The Hundred Year’s War
  2. Domremy on the 6th of January 1412
  3. Early Signs… From ALonged-For Miracle
  4. Autumn 1428 At Home
  5. The Call (Feat. Alice Merton)
  6. Vaucouleurs
  7. The Ride By Night… Towards The Predestined Fate
  8. Chinon
  9. The Prophecy
  10. The Sword… The Dawning Of The Unavoidable
  11. Orléans
  12. Les Tourelles
  13. Why?

 

 

Label: Artist Station

VÖ: 25.08.2017

Laufzeit: 62:23 Min.

Herkunft: Deutschland

Stil: Prog-Rock

Webseite: http://www.eloy-legacy.com/

 

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