ERGONAUT – „The Omega“

ERGONAUT – „The Omega“

📁 Reviews 🕔23.November 2017
ERGONAUT – „The Omega“

 

EGONAUT – “The Omega”

Label: Mighty Music / Target Group

Spielzeit: 52:20 min

VÖ: 03.11.2017

Genre: Fetter Heavy Doom Stoner Rock mit noch fetterer Schweineorgel

EGONAUT legen mit „The Omega“ ihre vierte Scheibe vor. Und alles ist neuanders: singender Gitarrist rifft nur noch, Sänger kommt neu, Konzept muss her, neues Logo auch noch. Klappt das?

Oh ja! Und wie! Vorweg der neue Sänger Emil Kyrk. Der ist ein ganz Großer. Der singt wunderbar machtvoll, emotional, charismatisch, rau, sensibel, verführerisch, aufbrausend. Oft klingt er wie eine verdammt gelungene Mischung aus Ronnie James Dio und Geoff Tate. Dabei agiert er stets ganz im Dienste der Songs, denen er nicht nur fabelhaft eingängige Refrains, sondern auch in den Strophen superbe Gesangslinien spendiert.

Aber bei dieser Musik fällt das auch einfach. Ich kann mir richtig vorstellen, mit welch breitem Grinsen der Herr Kyrk im Studio gestanden und mit bester Laune diese kraftvollen, mächtigen Songs eingeträllert hat. Das ist breitbeiniger, schwerer, riffbasierter Rock, vorangetrieben von einem hämmernd-prägnanten Schlagzeug und einem stoisch wummernden Bass. Darüber machen sich die Gitarren siegesbewusst breit und türmen voluminös-treibende Rhythmen und einprägsam-griffige Melodien zu hohen Klangwänden auf. Umtost wird dies von schwebenden Orgelflächen und Synthieharmonien, die nicht nur als schmückendes Beiwerk im Hintergrund vor sich hin dudeln, sondern selbstbewusst und effektvoll mit schwerdrückenden Harmonien die Songs gewaltig nach vorne schieben. Da reißt, pumpt und presst es, dass einem Hören und Sehen vergeht. Besonders gelungen sind die Soli, wenn sich zunächst Orgel und Gitarre einzeln austoben, bevor sie sich in einem symbiotischen Ringen vereinen („The Abdiction“, „Totentanz“, „The Pledge“).

Die Lieder sind meist im Midtempo gehalten, und jedes von ihnen hat seine eigene Geschichte und Struktur. Da ist „Offerings“, das mit einer Synthiemelodie in bester Tägtgren-Painscher-Tradition aufwartet (Hit!), „The Pledge“ mit seinen treibenden Orgel- und Synthiebeats, das mit einer höheren Gesangsstimme und schwerem Riff begeisternde „Awakenings“, das sich immer wieder emotional aufbäumende „Totentanz“, und „Deathsworn“ als roher Brecher mit seinen auf- und abschwellenden Synthielinien. Besonders gelungen ist auch das Instrumental „Into The Eye“, das eine dunkle und bedrohliche Stimmung heraufbeschwört und mich in seiner Atmosphäre an Face Downs „With Unseeing Eyes“ erinnert. Einzig in „Revelations“ übertreiben es EGONAUT für mich in ihrer Theatralik, das auf einem unsäglichen Grat zwischen Schlager und Musical mehr als einmal ins Schleudern gerät und schließlich mit süßlichem Pathos in die Tiefe fällt.

Fazit: EGONAUT haben mit „The Omega“ ein Konzeptwerk erschaffen, das mit schweren Riffs, prägnanter Schweineorgel und mächtiger Stimme tolle Songs in der Schnittmenge aus Doom, Stoner und Rock liefert. Fans von guter, ehrlicher Rocmusik, von Bands wie The Quill, Grand Magus, Slomind, Spiritual Beggars müssen hier zugreifen. Das ist ein Befehl!

Trackliste:

  1. Initium (5:45)
  2. Alienati (6:18)
  3. Offerings (6:10)
  4. The Abdication (4:59)
  5. The Pledge (5:03)
  6. Through the Eye (2:13)
  7. Awakenings (4:55)
  8. Totentanz (6:17)
  9. Death Sworn (4:18)
  10. Revelations (6:22)

(Quelle Bilder: facebook.com/egonautswe/)

 

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