HARPYIE (DE) – Blindflug Re-Recorded

HARPYIE (DE) – Blindflug Re-Recorded

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔09.Februar 2018
HARPYIE (DE) – Blindflug Re-Recorded

Harpyie? Nee, nicht Gesundheit…sondern etwas garstiger. Harpyien waren in der gr. Mythologie lt. Duden „Sturmdämonen in Gestalt eines Mädchens mit Vogelflügeln“, begleiteten Seelen oder töteten diejenigen, die Götter-Daddy Zeus verärgert haben. Es wird zwar noch ein südamerikanischer Greifvogel, ähnlich dem Adler erwähnt, doch ich denke, die Band nannte sich nach den geflügelten Herren im Damenlook. Wobei auf dem Bandfoto eigentlich bis auf die Dame (ohne Flügel) niemand so aussieht… Nun geistert die Band schon seit einigen Jahren durch die Presse, spielt auf großen Festivals und veröffentlichte 2012 das Album „Blindflug“, 2013 „Willkommen im Licht“, 2015 „Freakshow“ und 2017 den Langdreher „Anima“. Und ich muss zu meiner Schande gestehen: nichts davon habe ich wirklich mitbekommen. „Anima“ ist mir bekannt und im Ohr streckenweise im Ohr hängengeblieben, weil ein guter Freund mir das Album vorspielte…aber an einem laaaangen Abend mit viel neuer Musik! Unangenehm war da nix und den Bandnamen konnte ich mir noch merken… Das änderte sich schlagartig 2017, als ich das Promo / Reviewmaterial zum Album „Blindflug Re-Recorded“ bekam. Ich war verwundert, denn 2012 erschien doch bereits das Album…las aber, dass es bereits vergriffen ist, viele (neue) Follower sich das Album nochmal neu aufgelegt wünschen und auch die Band diesem Wunsch sehr gern nachkam denn es gab wohl einige Defizite im Sound… Zudem überarbeitete die Band Arrangements und Texte und nun glänzt das Album wiederveröffentlichungsfertig im neuen Licht um von Fans, Freunden und Followern gekauft zu werden. Weil das aber nicht reicht, ergänzte man „Blindflug Re-Recorded“ noch um eine unterhaltsame und hörenswerte Bonus CD auf der es noch 6 weitere Songs aus der Harpyienhöhle gibt. Robert Dahn (Equilibrium) und div. andere Musikerkollegen namhafter Mittelalterrockbands dürfen sich hier auf Remixen verewigen und verdeutlichen, dass Harpyie sehr wohl von der Konkurrenz beachtet werden und nicht in die alberne Kindermelodieliederecke gesteckt werden. Folkmetal und Mittelalterrock sind die Genrebezeichnungen, in der sich die Band aus NRW / Deutschland hörbar wohlfühlt und vor allem: ansteckt! Ich las im Vorfeld zu diesem Review viel Geschreibsel, viel Verriss und ich kann das nicht verstehen denn musikalisch ist hier alles sehr wohl in bester Ordnung und kopiert wird auch niemand auf Teufel komm´ raus. Harpyie sind eine weitere lohnende Ergänzung in einem musikalischen Becken, in dem es nicht nur um´s Drachentöten, Ketzern und Hexenverbrennungen geht. Es wurde auch im finstersten Mittelalter getanzt, gelacht, gesoffen und…ihr wisst schon…wie z.B. Feuerschwanz mit schöner Regelmäßigkeit von berichten. Harpyie können sich locker mit den altbekannten Bands messen, wenn sie es müssten. Stattdessen tourt man lieber und sammelt auf die oldschoolige Weise Credibility!

Fazit: Mir ist bis dato keine Veröffentlichung der Band wirklich bekannt gewesen, kann also auch nicht sagen, ob und was sich nun alles verändert hat oder ob nun ein leichter Stilbruch zum letzten Album „Anima“ stattfand wobei das ja auch letztendlich die künstlerische Freiheit der Band hergeben würde, ohne angeprangert zu werden. Mir gefällt „Blindflug Re-Recorded“ sehr gut und zeigt eine ambitionierte Band mit Visionen, von denen wir hoffentlich noch sehr viel hören und sehen werden. Mir gefällt die Kombination aus vorzeitigen Instrumenten und modernen Heavy Rock & Metalsounds (wie sie auch z.B. von In Extremo gespielt werden) + den gut platzierten elektronischen Momenten, sehe aber Harpyie nicht als Nachahmer sondern als feine Ergänzung denn stimmlich liegen Welten zwischen beiden Bands und das macht die Sturmdämonen sehr sympathisch: sie biedern sich niemanden an und haben es mit „Blindflug Re-Recorded“ auch gar nicht nötig. Werde mich wohl um den Back-Katalog kümmern müssen und freue mich, sie irgendwann auch hier im Raum FFM auf der Bühne begrüßen zu können. Alles richtig gemacht! Mir gefällt auch das Artwork sehr gut, weckt es Erinnerungen an ein Filmplakat und weist weitgehend auf den Inhalt (in Form von Darsteller / Musiker und Themen) der Verpackung hin, macht neugierig! Nochmal: alles richtig gemacht!

Tracklist:

1. Gen Siebenbyrgen
2. Hundertdreyssig
3. Nemo
4. Die Tanzende Schlange
5. Blindflug
6. Lunas Traum
7. Hexe und Halunken
8. Legenden
9. König und Bettler
10. Irrlichter

Bonus CD
1. Die Glorreichen Sieben
2. Löwenherz – Akustik Version
3. Elisa – SUBWAY TO SALLY Remix by Simon Michael
4. Twoface – Soulbound Remix
5. Karneval der Kreaturen – Orchestral Remix
6. Schöne neue Welt

Line-Up:

Aello die Windboe – Gesang, Schalmei
Mechthild Hexengeige – Gesang, Geige
Garik Sturmbringer – Sackpfeifen, Flöten
Podargo der Schnellfliegende – Laute, Gitarre
Gyronimus der Basstard – Bass
Kayran der Geflügelte – Drums, Percussions

Gastmusiker (auf der Bonus CD):

Mitglieder von Vogelfrey, Nachtgeschrei, Tanzwut, Feuerschwanz, Equlibrium (Song 1 und 6)

VÖ: 26-01-2018

Label: Metalville

Spielzeit:

CD1 – 43:14 Min.

CD2 – 27:34 Min.

Herkunft: Deutschland

Genre: Mittelalterrock, Mittelaltermetal, Rock, Folk Rock, Metal

Internet:

FB – https://www.facebook.com/harpyien/

HP – http://www.harpyien.de/

Youtube:

 

 

 

 

 

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