Ian Hunter (Großbritannien) „Fingers Crossed“ CD

Ian Hunter (Großbritannien) „Fingers Crossed“ CD

0 Kommentare 📁 Reviews 🕔25.Oktober 2016
Ian Hunter (Großbritannien) „Fingers Crossed“ CD

Wenn man als Musiker im Alter von 77 Jahren noch immer den Drang verspürt auf der Bühne zu stehen und neue Songs zu veröffentlichen, so bedarf das einer gehörigen Portion Respekt. Mit Mott The Hoople hat er Musikgeschichte geschrieben, seine Solo-Alben hängen da kaum hinterher. Hymnen wie „All The Way From Memphis“, „Once Bitten… Twice Shy” oder “Cleveland Rocks” gehen auf sein Konto und sind auch heute aus dem Rockradio (gibt es im Internet) nicht mehr wegzudenken. Manche bezichten ihn zwar inzwischen als gut abgehangen und unterstellen ihm, dass er wie ein Museum wirkt und wird damit dem Schaffen und auch dem Album keineswegs gerecht.

Sicher hat der Mann auf „Fingers Crossed“ die Musik, den Rock, nicht neu erfunden. Aber muss er das auch? Hier geht es keineswegs um Vergangenheitsbewältigung oder dem verklärten Blick auf alte Zeiten, als alles besser war, was er auch in „You Can’t Live In The Past“ deutlich zum Ausdruck bringt. Hunter klingt noch immer bissig in seiner Stimme, begibt sich auch mal in die Nähe eines Dylan oder Mellencamp, wirkt dabei aber nie plakativ oder aufgesetzt. Der Mann ist einfach purer Rock. Für seinen langjährigen Freund David Bowie schrieb er die Hommage „Dandy“, die tief eintaucht in die Geschichte von Ian Hunter. Sein Lieblingssong auf dem Album und vor allem die Zeile „… And Then We Took The Last Bus Home“ hat es ihm angetan. Dass die Songs eine gewisse Altersmilde besitzen, täuscht nicht darüber hinweg, dass er noch immer versteht zu rocken, was er vor allem live immer wieder unter Beweis stellt. Eine Ikone des britischen Rock ist er ohnehin schon lange und wird nicht umsonst als Inspiration und Vorbild von vielen Künstlern bezeichnet. Wie auch schon auf dem 2012er Werk „When I’m President“ zeigt er, dass er auch mit 77 Jahren noch immer etwas zu sagen hat und zeigt vielen Jungspunden noch immer, wo der Hammer hängt.

Auch wenn „Fingers Crossed“ nicht unbedingt zu den besten Alben seiner Karriere gehört, trägt es den Spirit einer Zeit in sich, ohne dabei anbiedernd zu wirken.

Fazit: Respekt.

1. That’s When The Trouble Starts
2. Dandy
3. Ghosts
4. Fingers Crossed
5. White House
6. Bow Street Runners
7. Morpheus
8. Stranded In Reality
9. You Can’t Live In The Past
10. Long Time

Webseite: Ian Hunter

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