KADAVAR, MANTAR, Death Alley in Hannover, Capitol am 08.11.2017

KADAVAR, MANTAR, Death Alley in Hannover, Capitol am 08.11.2017

📁 Allgemein, Live, Musik, Reviews 🕔13.November 2017
KADAVAR, MANTAR, Death Alley in Hannover, Capitol am 08.11.2017

Wenn gleich jede Band zu begeistern weiß, dann kann man nur von einem äußerst gelungenem Konzertabend sprechen. So gesehen, gehört und erlebt am Mittwoch, 08.11.2017 im Capitol, Hannover bei KADAVAR, MANTAR & DEATH ALLEY!
Wer hat sich im Vorfeld nicht ein wenig gewundert, dass gerade die eher (komplett) unterschiedlichen Bands MANTAR und KADAVAR gemeinsame Sache machen?! Passt das wirklich? Ist das Publikum „bunt“ und tolerant genug, um einen coolen Abend zu garantieren?! Definitiv – in Hannover gab es für die gut 700 Zuschauer einen sehr gelungen Abend. Bei allen Bands passte der Sound, das Licht und eben die Performance.

Das ging schon mal richtig gut mit den jungen Niederländern von DEATH ALLEY los, die sich dem 1970er-Rock verschrieben haben und u.a. „The Chain“ oder „Murder Your Dream” vorgestellt haben. Talentierte Musiker auf der Bühne, gut eingespielt und dazu die passenden Tanzeilagen des Shouters – Hüftschwung, wie bei den 1970er-Jahre Ikonen. Halbe Stunde purer Rock, mit ordentlichem Sound, fettem Bass, einem abgedrehten Drummer und einem Gitarristen, den man sich merken sollte.

Kurze Umbauphase für das Zweigespan aus Werder-City MANTAR; die nun ihren „Punk-, Doom-, Sludge-, Stoner-, Death- und Black Metal“ für eine gute Dreiviertelstunde auf die Meute losließen. Anfangs war das Publikum noch etwas zurückhaltend, doch spätestens mit dem zweiten und dritten Song konnte sich kaum jemand der Wucht entziehen. Präzision und geballte, knallharte Ladung Power samt Stageacting-Performance eines absolut krassen, durchdrehten und leidenschaftlichen Hanno, der wie auf Droge wirkt – nicht im negativen Sinne gemeint.


„Praise the Plague” oder “Pest Crusade” alles durchaus zeitlose Tracks, die sich sehr gut -live on stage- eignen. Als Songs wie „Astral Kannibal”, “Era Borealis“ oder zum Ende hin dann das phänomenale „White Nights“ vorgestellt wurden, gab es wohl kaum noch jemanden, der einen Zweifel daran hegt, dass diese Band auf jeder Bühne bestehen kann – und das eben nur zu zweit!
Dass die beiden auf sich genau achtgeben, keine Frage, dass die beiden genau wissen, was der andere als Nächstes tut auch, aber dass ein Publikum in Hannover dazu auch noch abgeht, das haben sie vielleicht nicht direkt vermutet. Noch im April bei ihrer Headlinertour im ausverkauften Club Béi Chéz Heinz abgefeiert bis sonst wohin, nun im schicken, deutlich größeren Capitol. Was kommt als nächstes? Mantar in der SwissLife Hall oder doch gleich im Vorprogramm einer Megabend in der TUI-Arena?! Das Publikum wäre erfreut…und die Band wohl auch.

…weitere Bilder der Show in der Galerie.

KADAVAR hatten es aber nicht sonderlich schwer sich ebenfalls sofort wohl zu fühlen, trotz der beiden sehr guten Supportbands. Denn zahlreiche Fans sind nur wegen dieser Berliner eingetrudelt. Das hat nicht nur die Präsenz der Fans am Merchstand gezeigt, sondern gerade das Abfeiern jedes einzelnen Tracks. Die Band genoss und schwieg, erst spät gab es das erste „Hallo Hannover“; dabei gab es da eben schon „Rough Times“, „Skeleton Blues“ und „Doomsday Machine“.
Doch es bedarf bei einer Band wie Kadavar keiner Worte, die Musik sagt alles aus. So bunt wie deren bisherigen Alben, ist auch die Setlist ausgefallen.
Vor allem Dingen hat Tiger einmal mehr öfter die volle Aufmerksamkeit, die gezielt eingesetzte Mimik und das Headbanging hat schon was für sich. Kann man auch schlecht in Worte fassen, genauso wenig, wie man nicht deswegen mal zu Schmunzeln. Tiger ist eben das Tier schlechthin, sein Acting direkt beim Spielen der Drums ist filmreif und sein links nebenstehender Franzose Dragon ist cool wie immer, verzieht kaum eine Miene und mehr als ein bis zwei Schritte müssen auch nicht sein – doch der Basssound passt hervorragend. Und Lupus, nun denn, er hat es voll drauf, nicht nur gesanglich, sein Gitarrenspiel zieht einen in seinen Bann und das Headbanging hat den gewissen Kultstatus der guten alten 1980er Jahre.

„Die Baby Die” durfte genau so wenig fehlen, wie die abgespacten „Tribulation Nation“ und „Purple Sage“, um anschließend in den Zugabeteil zu gelangen. Jener wurde mit einem Coversong als auch zwei weiteren Tracks u.a. „Come Back Life“ vollzogen und so wurden die gut 75 Minuten Spielzeit erfüllt. Auch wenn das Publikum für weitere Zugaben nicht abgeneigt gewesen ist, so musste jedoch der Merchstand erneut in Angriff genommen werden.

Wie gesagt, an diesem Tag haben alle drei Bands begeistert. Solche Tourneen hat man nicht oft & das ist auch mal gut so.

Die weiteren Termine in Deutschland der KADAVAR-Tour:
15.11.2017    Köln, Bürgerhaus Stollwerck
16.11.2017    Wiesbaden, Schlachthof
17.11.2017    Stuttgart, LKA Longhorn
18.11.2017    Berlin, Columbiahalle
20.12.2017    Bremen, Tower
21.12.2017    Mannheim, Alte Feuerwache
22.12.2017    Münster, Sputnikhalle
28.12.2017    Chemnitz, AJZ Talschock
29.12.2017    Siegen, Vortex

…die Bilder der Show aus Hannover in der Galerie !!!

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