KING DUDE, Drab Majesty – Hannover, Béi Chéz Heinz am 15.04.2017

KING DUDE, Drab Majesty – Hannover, Béi Chéz Heinz am 15.04.2017

📁 Allgemein, Live 🕔18.April 2017
KING DUDE, Drab Majesty – Hannover, Béi Chéz Heinz am 15.04.2017

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Wenn es düster & böse werden soll, dann kommen nicht viele Künstler in Frage. Damit meine ich auch eher etwas richtig düsteres, was man dem Künstler auch tatsächlich abnimmt. Wenn es dabei zusätzlich etwas punkig, folkig und gewissermaßen blues-rockig werden soll, dann kommt nur einer in Frage nämlich KING DUDE – der Meister himself! Das weiß an diesem Abend spätestens nach der Bandvorstellung durch Thomas Cowgill (alias Kind Dude) jeder. Denn nachdem aus dem Publikum scherzhaft reingeschrieben worden war „…and who are you?“, erwiderte Thomas bösartig und trocken: „I´m the fucking King“! Recht hat er, wenn man sich seiner Stimme, dem Charisma und den Songs widmet. Doch so depressiv als auch aggressiv ist er nicht wirklich, wie die Songs und das Auftreten im Vorfeld vermuten lassen.

 

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Doch bevor er mit seiner Band die Musik sprechen ließ, durfte den düsteren Abend das Neo-Wave-Post-Shoegaze-Duo von DRAB MAJESTY  für eine knappe Dreiviertelstunde eröffnen. Passender hätte der Anheizer für die Dude-Songs nicht sein dürfen. Der gradlinige Wave gepaart mit Gothic und Synthie als auch den langgezogenen Gitarrenriffs des Shoegaze hat bei einigen für durchaus verträumt-(auf einer Stelle-)tanzbare Stimmung sorgen können. Zwar ähnelt der eine Song dem anderen wie die Faust aufs Auge, aber gerade für die dunkelgekleidete Klientel, die sich beim WGT sicherlich sehr wohl zu Hause fühlen, konnte gewissermaßen in Trance versetzt werden. Etwas zu langatmig für meinen Geschmack, aber wenn man sich darauf einlässt und eben gesehen hat, dass das Duo sich gut austauscht als auch die passende Verkleidung zum Sound hat, dann war es eben als Anheizer doch in Ordnung. Ein Auftritt im Hangar beim M´era Luna dürfte Drab Majesty sicher sein.
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KING DUDE and Band schaffen es pünktlich zu beginnen, was den gut 70 zahlenden Gästen zugegen kommen scheint. Nicht, dass sie was dagegen hätten einen langen Abend mit dieser Combo zu verbringen, aber ein Samstag will doch auch mal ausgekostet werden und einige im Publikum haben eine längere Heimreise; schließlich bietet King Dude nur vier Konzerte der „Sex-Tour“ in Deutschland – und zum Glück ist in Hannover eins der Termine. King Dude ist alles andere als ein düsterer, depressiver Typ, der kaum ein Wort zu seinen Fans los wird oder nicht eine humorvolle Anmerkungen parat hätte. Dabei soll er das erste Mal in Hannover sein, obwohl er schon öfter Hangover hatte; so der O-Ton. Doch wer eine gute Flasche eines Bourbon pro Konzertabend leert, der wird so etwas wohl zu recht behaupten – und mit dieser niedersächsischen Landeshauptstadt lässt sich dieser Reim oft anwenden.

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Die Setlist an dem Abend ist düster, melancholisch und rockig genug, um aufzuzeigen, das seine Konzerte zu einer Art Ritual gehören, um gehört und gesehen zu werden. Die Messe, die sich auf Themen mit Lucifer, Gott, Liebe und Tod  konzentriert kommt im Endeffekt gut rüber, auch wenn der Sound anfangs zu Wünschen übrig ließ, zum Glück gibt sich das mit der Zeit und man verzeiht der Band hier und da einige Anpassungen. Auch wenn das neue Album „Sex“ Vorrang in der Setlist genießt, werden die Fans der vorherigen Alben nicht enttäuscht und so muss auch mal ein Song vorgezogen werden. Denn, das Publikum singt einige der Texte/Refrains lauthals mit (u.a. „Jesus In The Courtyard“), was Thomas durchaus zu überraschen scheint – und ihm so noch mehr Freiraum lässt, um Anekdoten loszuwerden, Witze zu reißen oder einfach zu philosophieren.

Dem Charisma kann man sich nicht so leicht entziehen, das ist klar, auch die Wechsel in seiner Stimme, ob tief, krächzend oder punk-rockig sind nicht so einfach aus dem Kopf zu bekommen. Dieser Typ weiß zu überzeugen: Dark Folk gepaart mit der Stimmvielfalt von Größen á la Cohan, Cave, Waits und Iggy, dazu ein Sound, der sowohl Rock, Blues und Neo-Folk als auch Dark-Gothic, Americana & dreckigen Punk bietet. Kaum ein Song, der unterschiedlicher ausfällt. Selbst die erste Zugabenummer überrascht und wirft den bisherigen Verlauf um. King Dude präsentiert eine Shoegaze-Solonummer mit Drab Majesty Gitarristen, wobei der Synthie-Sample-Rest aus der Dose kommt.
Danach gibt es noch drei wunderbare, etwas ältere King Dude-Songs, die natürlich nicht unterschiedlicher hätten ausfallen können und so eine gelungene, knapp 80-minüige Show beenden lassen. Spirituell & magisch, aber auch rockig, punkig und durchaus witzig! King Dude and Band sind alles andere als aggressive, brutal-depressive Personen, die einen womöglich bekehren wollen. Sie lassen Musik & die Stimmgewalt für sich sprechen und diese haben zahlreche Facetten, die man sich durchaus geben sollte.

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Setlist KING DUDE and BAND in Hannover:

Holy Christos (Sex)
I Wanna Die At 69 (Sex)
Death Won´t Take Me
Deal With The Devil
Our Love Will Carry On (Sex)
Fear Is All You Know
Jesus In The Courtyard
Silver Crucifix Sex Dungeon (USA) (Sex)
Swedish Boys (Sex)
Desolate Hour
Rosemary
Zugabe:
Who Taught You How To Love (Sex) -mit Drab Majesty-
Black Butterfly
Heavy Curtain
Miss September

 

 

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