KLASSIKER: Mandrake – Forever

KLASSIKER: Mandrake – Forever

📁 Allgemein, Musik, Reviews 🕔09.November 2017
KLASSIKER: Mandrake – Forever

„…I´m the God of your lies, dreams and reality are just the same…”

Mandrake (D) „Forever“ (Debüt: 1998; Re-Release 2007)
Genre: Gothic Metal
Spielzeit: 51:31 Min.
VÖ: 1998 via DynaLex
und Re-Release 30.11.07 via GreyFall

Ich fasse es nicht. Bald sind es nun 20 Jahre her, seit ich das erste Lebenszeichen der ostfriesischen Gothic-Band in den Händen hielt. Dieses eigentlich selbstproduzierte Debüt „Forever“ war auch mein ständiger Begleiter, ob während der Arbeit, beim Autofahren oder eben an der heimischen Anlage.
Mandrake, die damals 1998 für die erste CD so gut wie alles selbst in die Hand genommen haben, zudem von einem gewissen Leo Park (DynaLex® – veröffentlichte das Album)  unterstützt worden sind, kamen dann via GreyFall/grau-Records 10 Jahre später  mit einem Re-Release des Debüts (Cover siehe unten) daher.
Selten hat mich ein Debüt-Album einer so jungen Band in den 1990ern derart überzeugt und gefesselt. Neben dieser Scheibe gab es vielleicht noch eine Band, die mich ein paar Jahre zuvor in ihren Bann gezogen und bis heute nicht losgelassen hat und zwar „Prayer to…“ von MORDOR  (PL).
Nachdem sie einige weitere Alben via GreyFall/grau veröffentlicht hatten, ist MANDRAKE nun seit einigen Jahren Geschichte. Daher möchte ich die „Klassiker“-Rubrik dafür nutzen, um meine damalige Rezension zum Re-Release von 2007 hier erneut vorzustellen.

MANDRAKE „Forever“ – (Rezension vom 07.01.2008):

Angefangen bei „Nightshades“ mit den kraftvollen (growl-scream) Vocals, der Violine und dem coolen Drumming. Weiter geht es mit dem ebenso genialen Tracks „Mercenary“ und „Fatal Harmony“. Selten diese Art des Gothic so vielseitig und ergreifend – also sowohl melancholisch als auch furchteinflössend- erlebt. Weibliche, fast opernlastige Vocals wechseln sich mit dem harten und aggressiven männlichen Gesang ab. Dazu die zahlreichen gefühlvollen, melodischen Gitarren und Keyboardparts. Das gute Timing bei den Drums und die einzigartige Verbindung mit der Violine. Einfach herrlich. Also alles irgendwie und irgendwo eine Welt zwischen Gothic, Death und ein bissl emotionalen Black Metal. Aber was sollen diese unnötigen Schubladen, wen interessiert so etwas? Es geht hier um die Einzigartigkeit, die Hingabe und die Gefühle. „Forever“ erschafft eben eine düstere Atmosphäre, die mit Melancholie verfeinert wird. Einzigartig, eingängig und mitreißend als auch bewegend. Damit wäre doch genug gesagt. Selbst die Produktion lässt kaum Raum zum Meckern. Nicht vergessen, wir reden hier weiterhin von einer Undergroundband in den Jahren 1997/98.
Songs wie „God of Lies“ (mit einem herrlichen Anfang und genialen abwechselnden cleanen und aggressiven Vocals), „Autumn Rain“, „Forever“ als auch allen voran „Too Late“ sind und bleiben für meine Begriffe unerreicht. Natürlich klingt die CD aus heutiger Sicht anders als damals, aber die Empfindungen und Gefühle von damals habe ich einfach nicht vergessen und sie kommen immer wieder auf, wenn man sich diesen Stücken widmet. Diese Scheibe ist damals einfach sehr gut gelungen und dabei muss man es belassen, weshalb auch nicht mehr daran rumgefingert werden sollte. Daher ist der nun heute gewählte Weg der Band Mandrake auch umso nachvollziehbarer. Vor allem, weil sich die komplette Mannschaft verändert hat und etliche Jahre vergangen sind. Trotzdem möchte ich an dieser Stelle hinzufügen, dass Liveknaller wie „God of Lies“ oder „Too Late“ unbedingt in die Setlist der heutigen Shows dazuzählen sollten.
Natürlich bin ich froh ein derart geniales Meisterwerk der ersten Pressung zu besitzen. Trotzdem sehe ich diesen Re-Release als gelungene Aktion, um jedem heutigen Fan der Band zu zeigen, dass es mal etwas anders angefangen und ausgesehen hat. Schade ist bloß, dass man hierbei nicht einen Bonustrack (B-Sides, Coversongs, Livetracks) oder wie auch immer mit draufgepackt hat. Aber man kann ja bekanntlich nicht alles haben…

Fazit:
Ein unglaublich kraftvolles, abwechslungsreiches und innovatives Gothic Album made in Germany – und dies aus dem Jahre 1998!
„Forever“ zählt zu den Gothic-Alben, die man einfach in seiner Sammlung haben sollte. Wer je etwas mit Gothic anfangen konnte, der kommt an diesem Release nicht vorbei, ob als Erstpressung (damals noch aus bestimmten persönlichen Gründen ohne Lyrics im Booklett) oder eben nun mit neuem Coverartwork.

„…and we live in peace and forever!“

Tracklist:
1 Nightshades
2 Mercenary (Dogs of war)
3 Fatal Harmony
4 In Peace
5 Forever
6 Fragrance
7 Autumn Rain
8 Too Late
9 God Of Lies

„Forever“ line up:
Lutz De Putter – vocals, guitar
Jens Bruns – guitar
Jörg Röttger – drums
Michael Heikes – bass
Bernd Ammermann – keys

Gäste:
Sarah Palmer – vocals
Heiko Janssen – vocals
Peter Pumplün – violin

 

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