SCHWARZACH – „Sieben Seelen“

SCHWARZACH – „Sieben Seelen“

📁 Reviews 🕔14.April 2018
SCHWARZACH – „Sieben Seelen“

SCHWARZACH – „Sieben Seelen“

Label: Eigenveröffentlichung

Laufzeit: 43:04 min

VÖ: 26.11.2017

Genre: treibender und atmosphärischer Black Metal mit Industrial-Patina

SCHWARZACH legen mit „Sieben Seelen“ ihr offiziell drittes Album vor. In den acht Liedern geht es konzeptionell um apokalyptische Themen des Mittelalters, und die beiden Musiker haben die düsteren und gewaltvollen Visionen gekonnt und hingebungsvoll in mitreißende und kraftvolle Musik transformiert.

Zuhören gibt es treibenden und atmosphärischen Black Metal mit einer erfreulich dezenten Industrial-Patina. Bestimmt wird die Musik ganz klar von den mehrstimmigen Gitarren, die mit treibenden Riffs und melodischen Linien klare und nachvollziehbare Strukturen erschaffen, die durch besondere rhythmische Betonungen stets interessant, vielfältig und spannend bleiben. Das Schlagzeug agiert mit seinen rhtyhtmischen Figuren und Breaks als symbiontischer Partner der Gitarren und liefert trotz Programmierung den nötigen Druck. Dazu sorgen orchestrale und symphonische Samples für wuchtige Breite und raumgreifendes Volumen. Effektvoll und stimmig werden auch (zum Glück nur sehr sparsam!) Stimmsamples eingesetzt („Pein und Läuterung“, „Eine sterbende Epoche“), dies lockert die Lieder auf und verstärkt Stimmung und Dynamik. Der deutsche Gesang passt sich in seiner zumeist kraftvoll krächzenden Akzentuierung gut in die Lieder ein. Zumeist fliegt er wie einer der apokalyptischen Reiter stoisch und erbarmungslos auf den Riffs und unterstützt damit die treibende und entschlossene Rhythmik der Musik. Immer wieder durchströmt mich beim Hören das wohlige Gefühl des geliebt Bekannten, so etwa der Gedanke an Amon Amarth bei „Das Land zu unseren Füßen“. Und mit „Heimgesucht“ findet sich sogar sowas wie ein Genre-Hit, der mit seiner eingängigen Melodik sofort packt und nie wieder loslässt. SCHWARZACH gelingt mit ihrer Musik etwas, was nicht oft eintritt: Sie berühren etwas tief in uns, sie beschören etwas in uns herauf. Sie lassen ihre düsteren, mystischen, gewalttätigen, grausamen Geschichten in uns lebendig werden. Wer Bands wie Heimdalls Wacht, Helrunar, Riger, Imperium Dekadenz oder Nagelfar liebt, der weiß, was ich meine. Die Musik wirkt energetisch und monumental, und ich spüre beim Hören längst vergangene Zeiten, Schmutz, Sterben, Dunkelheit, Schmerzen, Ruß, Morgengrauen, Dämonen, Lumpen, Blut, Schweiß, Kälte, berstende Knochen, klirrendes Metall, flatternde Fetzen, Tod.

Fazit: SCHWARZACH legen mit „Sieben Seelen“ ein Album vor, dass Inhalt und Musik zu einem epischen und atmosphärischen Gesamtwerk verschmilzt. Das ist Black Metal, der uns mitnimmt auf eine intensive Reise voller Dunkelheit, Sturm und Gewalt. Ich nehme mir jetzt ein Glas Rotwein und tauche wieder ein. Folgt mir nur, Ihr werdet es nicht bereuen!

Tracklist

1. Ein Sturm zieht auf (5:48)
2. Das Kastell (4:54)
3. Heimgesucht (5:39)
4. Pein und Läuterung (7:02)
5. Das Land zu unseren Füßen (6:14)
6. An dunkler Aue (5:49)
7. lixiere der Offenbarung (5:30)
8. Eine sterbende Epoche (2:08)

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