SOROR DOLOROSA – „Apollo“

SOROR DOLOROSA – „Apollo“

📁 Reviews 🕔05.Dezember 2017
SOROR DOLOROSA – „Apollo“

SOROR DOLOROSA – „Apollo“

Label: Prophecy Productions

Laufzeit: 69:19 min

VÖ: 15.09.2017

Genre: wunderschön schwarz strahlender Gothic-Pop-Rock

SOROR DOLOROSA legen mit „Apollo“ ihre dritte Scheibe vor. Und wer dazu bereit ist, darf sich 70 Minuten lang umarmen lassen von Schmerz, Moll, Schönheit, Schweben, Trauer, Küssen, Schatten, Leiden, Wärme, Verlockung, Samt, Nebel, Eleganz, Wanderung, Verzweiflung, Lächeln, Kerzenschein, Frieden.

Die Musik ordnet all ihr Streben, ihr Schaffen dem Gefühl und der Aura unter. All die Töne und gerade all die, die nicht gespielt werden, folgen diesem Ziel, tief in uns etwas aufleben zu lassen, das unsere Herzen und Seelen umschmeichelt. Das Schlagzeug agiert über einem zumeist unverzerrt agierenden Bass reduziert und schwebend, erweist sich bei Bedarf aber auch als kraftvoller Taktgeber („Locksley Hall“, „Everyway“) für die Gitarren, die düster angezerrte Klangteppiche weben, aus denen sich immer wieder traurig-melancholische Melodielinien erheben.

Zeremonienmeister der Schwärze ist Sänger Andy Julia. Gewisse Ähnlichkeiten sind vorhanden – so klingt er in „Another Life“ wie ein jugendlicher Robert Smith (The Cure) -, aber was diese Stimme ausmacht, ist etwas anderes, es ist die Fähigkeit, aus all den Großen Smiths, Eldrigdes, McCoys und Husseys die Emotionalität zu extrahieren und sich als magischen Nektar auf die eigene Stimme zu träufeln. Damit gelingt Andy Julia die Vereinigung des Unvereinbaren: die Auflösung des Antagonismus von Einzigartigkeit und Vielfalt, denn er passt sich wunderbar ein die Stücke und bleibt dabei doch stets das Zentrum des Universums von SOROR DOLOROSA.

Die unvermeidlichen Synthieflächen sind punktgenau eingesetzt und umschiffen erfreulich routiniert die Klippen des Klebrig-süßen („That Run“, „Another Life“, „Golden Snake“). Vor allem „Another Life“ erweist sich als Hit. Daneben finden sich jedoch auch immer wieder unvorhersehbare Elemente, die das Gothic-Korsett leichtfüßig aufsprengen, etwa die wunderbare Dissonanz am Ende von „Everyway“ und die unverschämte Gelassenheit eines Instrumentals wie „Yata“. Ganz groß sind SOROR DOLOROSA jedoch in ihren auf pure Stimmungen fokussierten Klangcollagen, in denen sich auch Andy Julia in den Nebel zurückzieht und die Musik für sich sprechen lässt: „Night Is Our Hollow“, „Golden Snake“ und „Epilogue“.

Fazit: SOROR DOLOROSA erschaffen mit „Apollo“ ein wunderbares Werk im Zwielicht aus Vergangenheit und Zukunft. Sie erweisen sich als die unangefochtenen Meister des Ungreifbaren, Rätselhaften und wunderschön Vagen. Vor allem aber überstrahlen SOROR DOLOROSA die stets als klassische Blaupause genannten The Cure Like Blood Sisters Of The Nephilim mit „Apollo“ in wahrhaft leuchtendem Schwarz.

Tracklist

1. Apollo (7:57)
2. Locksley Hall (5.08)
3. That Run (2:46)
4. Everyway (6:19)
5. Night Is Our Hollow (5:33)
6. Another Life (4:44)
7. Breezed & Blue (6:59)
8. Yata (3:53)
9. The End (5:28)
10. Long Way Home (1:55)
11. A Meeting (4:18)
12. Deposit Material (5:00)
13. Golden Snake (4:12)
14. Epilogue (5:07)

(Quelle Bilder: facebook.com/sorordolorosaofficial/)

 

 

 

Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen

Ähnliche Artikel