VIRGIL & STEVE HOWE – „Nexus“

VIRGIL & STEVE HOWE – „Nexus“

📁 Reviews 🕔10.November 2017
VIRGIL & STEVE HOWE – „Nexus“

 

VIRGIL & STEVE HOWE – „Nexus“

Label: InsideOut Music

Laufzeit: 39:59 min

VÖ: 17.11.2017

Genre: Instrumental-Piano-Gitarren-Prog-Schwerelos-Weltmusik

Die traurige Nachricht zuerst: Steve Howes jüngerer Sohn Virgil Howe ist am 11.09.2017 völlig unerwartet im Alter von 41 Jahren verstorben. Die Scheibe ist damit – ob dies nun gewollt ist oder nicht – gleichzeitig Symbol der Trauer wie musikalischer Schwanengesang Virgil Howes wie dieses gemeinsamen Vater-Sohn-Projektes.

Die einzelnen Stücke basieren zumeist auf beherrschenden Piano-Themen, die entweder als rhythmusbetonte Linien oder aber feinfühlige Melodien die Stücke einleiten und als Grundthema durchziehen. Nach der Einführung dieses dominierenden Themas setzt auch die Gitarre ein, die in sanfter Verzerrung, selten rein akustisch, das Piano mit wunderbar flüchtigen Melodien, Fragmenten, Tönen umspielt, umfließt, umschmeichelt. Immer wieder nimmt die Gitarre dabei Abzweigungen, verschlungene Pfade, in denen sie sich scheinbar träumerisch verliert, um dann doch wieder aus dem Nebel zum Piano zurückzufinden. Zusätzlich angereichert wird dies mit verschiedensten Elektronika, Effekten, fein zieselierten Verfremdungen, die den Stücken immer wieder subtile Farbtupfer verpassen. Das (programmierte) Schlagzeug spielt zumeist luftig-leichte jazzige Rhythmen, manchmal verspielt oder gar als Breakbeat, gefällt sich aber auch in Latino-artigen Takten, zuweilen begleitet von Percussion („Hidden Planet“).

Das alles spielt sich ab in angenehm kurzweiligen, in gemächlichem Tempo dahinfließenden („Nexus“, „Hidden Planet“), oder aber langsamen, reduzierten Stücken („Infinite Space“, „Passing Titan“, „Leaving Aurura“), in denen alles noch einmal gedämpft und minimalistisch dezimiert wirkt. Am ehesten energetisch und an ProgRock erinnernd erschließt sich „Night Hawk“, in dem ein elegant-jazziges Schlagzeug die den Song dominierende Gitarre treibend und fordernd bedrängt, während das Piano dem eine dunkle Basis liefert. Insgesamt erinnert mich „Nexus“ an die Soloscheiben von Steve Howe, etwa „Skyline“ (2002) und „Spectrum“ (2005), in Stimmung und Musikalität aber gelegentlich auch an Pat Metheny in seinen etwas rockigeren Stücken.

Fazit: „Nexus“ erschafft eine beruhigende, träumerische und schwerelose Atmosphäre, die trotz mancher melancholischer Momente leichtfüßig und beschwingt wirkt. Es sei Steve Howe gewünscht, dass es ihm als Vermächtnis Mut machen und Schmerzen lindern kann.

Tracklist

  1. Nexus (4:57)
  2. Hidden Planet (3:27)
  3. Leaving Aurura (3:40)
  4. Nick’s Star (3:41)
  5. Night Hawk (3:35)
  6. Moon Rising (3:31)
  7. Passing Titan (4:06)
  8. Dawn Mission (5:07)
  9. Astral Plane (3:37)
  10. Infinite Space (2:08)
  11. Freefall (2:09)
Diesen Artikel in einem Sozialen Netzwerk teilen

Ähnliche Artikel

KRANE – „Pleonexia“

KRANE – „Pleonexia“

KRANE – “Pleonexia” Label: Czar of Revelations / Czar of Crickets Spielzeit: 37:46 min VÖ: 27.10.2017 Genre: Instrumental Post Rock als fesselndes Gesamt-Kunst-Werk KRANE legen

Weiterlesen