WITCHERY – „I Am Legion“

WITCHERY – „I Am Legion“

📁 Reviews 🕔09.November 2017
WITCHERY – „I Am Legion“

WITCHERY – „I Am Legion“

Label: Century Media

Laufzeit: 39:50 min

VÖ: 10.11.2017

Genre: Black-Thrash-Speed in seiner puren Essenz

WITCHERY sind und bleiben eine echte Supergroup. Diese Hexenkrone tragen sie aber nicht wegen ihrer in verschiedensten weltweit erfolgreichen Metalhexenzirkel hexenden Hexenmeister. Das „Super“ haben sie sich seit nunmehr 20 Jahren redlich mit der Qualität ihrer Hexenwerke verdient. Jawoll. Oh Mann, wie liebe ich ihren 1999er Hexensabbat „Dead, Hot and Ready“! Monatelang habe ich WITCHERY gehuldigt, und noch jetzt überkommt mich ein wohliges Gefühl an die damalige Zeit voller schwarzem Wahnsinn.

Und fast 20 Jahre später – und nur ein Jahr nach ihrem letzten Werk – zeigen uns WITCHERY musikalisch: Wir sind nicht älter, nein, wir werden nicht erwachsen. Vielleicht sind sie ein bisschen weiser, nicht mehr ganz dieser jugendlich-überbordende Furor ihrer ersten Jahre. Aber das reicht, um einem Großteil dieser ganzen Rotzlöffel in ihren noch runzelfreien Arsch zu treten, die sich heute eine Gitarre umhängen und denken, sie sind harte Jungs, weil sie S-a-t-a-n richtig buchstabieren können.

Die Songs sind wirklich sehr vielseitig und spannungsreich. Bestes Beispiel ist „Welcome, Night“, der im ersten Teil von einem intensiven Gesang und einem hervorstechenden Drumrhythmus dominiert wird, bevor er sich im zweiten Teil wild um sich schlagend zu einem hypnotischen Sturm aufbäumt, der schließlich nach einem finalen Gitarrensolo in sich zusammen fällt. Als gnadenlos walzende Groovemonster überzeugen „True North“ und „A Faustian Deal“, die beide in ihrer dämonischen und erbarmungslosen Attitüde an Satyricon erinnern. Aber auch an ungezähmt und grimmig nach vorn peitschenden Köpfeschwingern fehlt es nicht („Amun Ra“, „Seraphic Terror“), gekrönt am Ende von „The Alchemist“, einer Nummer, die neben Amok und Tobsucht auch Magie und schwarzes Verlangen in uns wachruft.

Die Aggressivität und Rohheit der Musik ist dabei eingebettet und umrahmt von einer organischen und lebendigen Produktion, die atmet und bebt, und der tatsächlich scheinbar mühelos das Paradoxon gelingt, die Attribute massig und transparent auf grandiose Weise zu vereinen.

Fazit: Das ist Musik. Schwarz. Mächtig. Schnell. Roh. Das ist die reine Essenz. So. Muss. Das. Klingen. Prost Jungs, auf die nächsten 20 Jahre!

 

Tracklist

1. Legion (1:13)
2. True North (4:08)
3. Welcome, Night (3:55)
4. Of Blackened Wing (4:17)
5. Dry Bones (3:59)
6. Amun-Ra (3:29)
7. Seraphic Terror (3:34)
8. A Faustian Deal (3:41)
9. An Unexpected Guest (4:05)
10. Great Northern Plague (1:49)
11. The Alchemist (5:34)

 

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