WOLF COUNSEL – Interview Ralf W. Garcia

WOLF COUNSEL – Interview Ralf W. Garcia

📁 Interviews, Tipp der Redaktion 🕔27.November 2017
WOLF COUNSEL – Interview Ralf W. Garcia

Interview WOLF COUNSEL (Ralf W. Garcia, via Mail)

Anlass des Interviews war die Veröffentlichung der neuen Scheibe „Age of Madness/Reign of Chaos“ am 17.11.2017 über Czar of Crickets (Czar of Bullets). An dieser Stelle besonderen Dank und beste Grüße und Wünsche an Frederyk Rotter!

WOLF COUNSEL (siehe auch meine Review!) haben ein wirklich wunderbar schweres und eigenständiges Werk erschaffen, dass es sich unbedingt zu entdecken lohnt. Also: Reinhören und genießen! Mastermind Ralf W. Garcia hat sich auf meine Fragen offen und tiefgründig geäußert, aber lest am besten selbst:

 

  1. Hallo Ralf. Zunächst vielen Dank, dass Du Dir die Zeit für ein Interview nimmst. Vor allem aber herzlichen Glückwunsch an Dich, an Euch, zu Eurem neuen Album mit diesem verdammt sperrigen Namen „Age of Madness/Reign of Chaos“. Was für Reaktionen habt Ihr bisher darauf erhalten?

Ralf W. Garcia: Hallo Hendrik, danke Dir und Euch für das Interview und die Glückwünsche. Die bisherigen Reaktionen waren überwiegend positiv bis sehr positiv. Natürlich gibt es auch Magazine oder einzelne Musikjournalisten oder Leute, welche Reviews schreiben, denen unsere Songs nicht so sehr gefallen bzw. sie damit nicht so viel anfangen können. Davon gibt es aber glücklicherweise nur sehr wenige. Im Allgemeinen wurde das Album bisher sehr gut aufgenommen. Also das ist so das Fazit bisher, nach ungefähr einer Woche nach Veröffentlichung. Die Zeit wird es zeigen, ob die Songs in ihrer stilistischen Bandbreite noch mehr polarisieren werden oder ob das eben den Reiz der Platte ausmacht für die geneigten Hörer.

  1. Was spürst Du selbst tief in Dir, wenn Du das Album hörst?

Ralf W. Garcia: Diese Frage ist nicht ganz einfach, da ich ziemlich sicher noch zu nah an der Sache dran bin und ich noch nicht wirklich Zeit hatte mich der vollen Wirkung hinzugeben. Ich kann Dir allerdings sagen, wie es mir erging, nachdem ich alle Songs geschrieben hatte und alle in ihrer Demoversion damals gehört habe. Das war schon sehr ergreifend. Beim ersten Mal war ich fast schon platt. Mich haben die Songs am Stück fast schon erdrückt in ihrer Schwere. Erdrückt in dem Sinn, dass es mich sehr nachdenklich und melancholisch gemacht hat. Jedenfalls ein sehr emotionaler Moment. Auf der anderen Seite aber auch ein schöner Moment, als ich bemerkte, dass diese Soundcollagen und Stücke doch genügend Authentizität und Tiefe haben, um eben diese Gefühlsregungen auszulösen. Diese Wahrnehmung ist aber natürlich sehr individuell.

  1. Wenn „Age of Madness/Reign of Chaos“ eine Botschaft in sich trägt, welche ist das? Sind es die Texte, ihre Inhalte? Oder sind es die Atmosphäre, die Stimmung, die Aura Eurer Musik? Ist es das, was zu uns spricht und auf das wir hören sollten, mit dem Herzen, mit unserer Seele?

Ralf W. Garcia: Ich denke jede Form der ausgelebten Kreativität, also z.B. Musik, Gemälde, Skulpturen, d.h. Kunst im Allgemeinen, hat ja min. zwei Ebenen. Die Rationale und die Emotionale. Ich sehe unsere rationale Seite schon als wichtig an, da sie ja die erste visuelle Verbindung (Texte, Songtitel usw.) zum Hörer darstellt. Von daher ist uns die Botschaft der Texte bzw. was sie auslösen beim Hörer (z.B. über Themen nach zu denken), schon wichtig. Die Atmosphäre, die Aura oder kurz gesagt der Ausdruck des Ganzen ist aber weitaus wichtiger. Es geht uns schon darum, dass Seelen und Herzen getroffen und berührt werden. Jeden und jede auf seine eigene Art und Weise natürlich.

  1. Wenn ich Eure Musik höre, dann entstehen bei mir Worte im Kopf, wie: hypnotisch, mahlend, Melancholie, Wolkennacht, Magie, Gebirgsmassiv, alte Seelen, Umarmung, Donner, Schmerz, Befreiung, Schönheit, Wunde, Gram. Kannst Du diese Assoziationen verstehen, kannst Du nachvollziehen, dass Eure Musik in solche Worte übersetzt werden kann? War das Deine, Eure Absicht?

Ralf W. Garcia: Das kann ich alles sehr gut nachvollziehen. Diese Worte beschreiben unsere Erfahrungen innerhalb unserer Musik ebenfalls sehr gut. Nun, was die Absicht angeht. So etwas kann man nicht planen oder entwerfen, denke ich. In die Kompositionen und die spielerische Umsetzung fließen ja unsere Persönlichkeiten mit ein. Und in unserer personellen Konstellation kommt dann eben das dabei heraus. Der Ursprung des Ganzen liegt dabei ziemlich sicher in Erfahrungen und Erlebnissen der Vergangenheit, welche nun dadurch zum Vorschein kommen. Unser Ziel und unsere Absicht ist es, möglichst tolle Songs zu schreiben, welche wir persönlich auch gerne hören würden. Und es soll Musik sein, welche berührt, welche eine Reaktion beim Hörer auslöst. Wie diese Reaktion dann ganz genau aussieht, ist nicht so planbar, wie eben schon erwähnt. Dass es aber eher in die Richtung der von Dir genannten Begriffe geht, hat schon viel zumindest mit mir als Songwriter und Texter zu tun. Ich habe mich schon immer eher mit den komplexen, schweren und mystischen Themen unseres irdischen Daseins beschäftigt.

  1. Ich finde Deine Texte sehr mythisch und wunderbar bildhaft? Was inspiriert Dich? Lässt Du Dich von der Musik inspirieren – oder kann auch der Text am Anfang stehen, um ihn dann in Euren mächtigen Wogen zu vertonen?

Ralf W. Garcia: In den meisten Fällen steht die Musik zuerst. Es kam aber auch schon vor, dass ich zuerst ein paar Textzeilen hatte und aufgrund dieser Vorlage dann einzelne Harmoniebögen oder Riffs geschrieben habe. Ich schreibe eigentlich ständig auf, was mir tagsüber in den Sinn kommt. Und so sammelt sich da so Einiges an im Laufe der Zeit. Bisher hatte ich immer den Albumtitel und die meisten Songtitel zusammen, bevor ich den ersten Ton komponiert habe. Einzelne Wörter oder Sätze inspirieren mich sehr, da ich dann immer tief nach der jeweiligen Bedeutung grabe, bis ich auf ein Bild oder einen bestimmten Ausdruck stosse, welche ich dann in Songs verwandeln kann. Davon abgesehen habe ich schon immer viel gelesen bzw. tue dies immer noch. Das hilft dabei immens.

  1. „Semper Occultus“, „O’Death“ und „Age Of Madness / Reign Of Chaos“ ragen aus dem Album aufgrund jeweils unterschiedlicher Aspekte heraus: ihrer Schnelligkeit, ihrer gesanglichen Besonderheit, ihres künstlerischen Volumens? War dies beabsichtigt, was wolltet Ihr erreichen?

Ralf W. Garcia: Es war uns bei diesem Album wichtig, eine möglichst grosse Bandbreite an Stilmitteln einzubauen. Also sei es in Bezug auf Geschwindigkeit, tonale Aspekte oder eben auch mal mit einem Frauengesang zu arbeiten. Die Tatsache, dass es dann so herausgekommen ist, war nicht bewusst so geplant. Der eingangs erwähnte Beweggrund bzw. die stilistische Vielfalt hat das wohl von ganz alleine erledigt.

  1. Ich muss aber insbesondere eine Lanze brechen für die letzten drei Stücke „Eternal Solitude“, „Coffin Nails“ und „Remembrance“. Ich finde, es besteht die Gefahr, dass sie im Schatten der drei eben besonderen Stücke verschwinden, und das dürfen sie nicht! Denn auch sie haben wunderbare Elemente, insbesondere den Bass und Deine Stimme bei „Coffin Nails“ sowie die Gitarrensoli! Siehst Du diese Gefahr auch? Wie stehst Du selbst zu diesen Stücken?

Ralf W. Garcia: Für mich ist das ganze Album eins. Also praktisch wie aus einem Guss, wie eine Reise durch verschiedene Landschaften mit verschiedenen Vegetationen. Die Unterschiedlichkeit der Songs finde ich aktuell jedenfalls spannend. Eine Gefahr, dass einige Songs eher untergehen bei der Hörerschaft als andere, sehe ich eigentlich nicht. Remembrance und Eternal Solitude spielen wir zum Beispiel auch live. Und bei den bisherigen Shows hat das beim Publikum sehr gut funktioniert. Jedes Stück auf diesem Album hat für mich einen recht eigenen Charakter, ist aber trotzdem Teil des Ganzen. Die Verschiedenheit der sieben Songs macht dann eben die Aura und Gesamtatmosphäre des Albums aus. Von daher empfehle ich bei diesem Album auch, das Ganze sich am Stück anzuhören. Auch wenn dies heutzutage vielleicht nicht mehr so populär ist wie z.B. früher in den 80ern. Ich denke, gerade bei diesem Album, spricht nicht ein Song für das Ganze. Das können wohl nur alle sieben Stücke, was es natürlich jemandem schwieriger macht, der vielleicht nur mal schnell reinhören möchte.

  1. Ich finde, Du singst etwas höher als auf den beiden Scheiben davor, und ich finde das wundervoll. Deine Stimme wirkt für mich dadurch magischer und geheimnisvoller und passt sich damit wunderbar in die Texte und Musik ein. War dies eine bewusste Entscheidung von Dir?

Ralf W. Garcia: Ich musste mich erstmal als Sänger finden. Da bin ich völlig ehrlich zu mir und zu meiner Umwelt. Dazu gehörte für mich auch, dass ich „meine“ ureigene, „meine“ authentische Stimme finde, welche am Besten zu mir passt. Nun jetzt habe ich die Stimme und Stimmlage gefunden, mit welcher ich mich am Wohlsten fühle und welche für mich auch am Besten klingt. Das war in dem Zusammenhang eine klar bewusste Entscheidung das so zu machen. Manche Sänger wachen irgendwann morgens auf und haben ihre Stimme bereits gefunden oder eingebaut, andere müssen erstmal ausprobieren und danach suchen. Bei mir war es das Zweite. Jedenfalls wird es auf dem vierten Album dann durchgehend Gesang in dieser, etwas höheren, Tonlage geben.

  1. Ich habe in meiner Rezension Reto und Eure beiden Gitarristen ausdrücklich für ihr phantasievolles, virtuoses, prägnantes und dennoch drückendes und unglaublich massives Spiel hervorgehoben. Musst Du sie manchmal an ihren Instrumenten einbremsen bei Breaks und den Soli? Oder lässt Du, lasst Ihr Eure Inspirationen so weit wie möglich frei fließen?

Ralf W. Garcia: Das massive Spiel, wie Du es beschreibst, ist aus meiner Sicht auch ein Stilmittel, was uns als Band ausmacht. Unsere persönliche Note, wenn man das so sagen will. Was die Drum-Arrangements und Gitarrensoli angeht, ermutige ich die Jungs immer einfach alles zu geben, alles raus zu lassen, was in ihnen drinsteckt. Also jeweils in dem Moment, in dem wir es aufnehmen, Das sind ja immer nur Momentaufnahmen, die zu dem jeweiligen Zeitpunkt passen und zu der jeweiligen Tagesform usw. Ich glaube, dass dieser freie Fluss im kreativen Zusammenhang auf diese Weise am fruchtbarsten ist.

  1. Wie erschafft Ihr die Songs? Im Proberaum, beim gemeinsamen Spielen? Oder arbeitet Ihr einzeln Ideen aus, um sie dann auszutauschen und weiter zu entwickeln?

Ralf W. Garcia: Bisher habe ich alle Songs instrumental und bezüglich der Gesangsarrangements alleine geschrieben. Danach alles komplett Reto gegeben, damit er seine Arrangements für die Drums entwickeln und üben konnte. Wenn das dann alles soweit in Demoversion dann fertig war, haben wir noch die Soli draufgepackt. Der kreative Prozess lief also hauptsächlich zwischen mir und Reto ab. Ralph und Andreas haben dann jeweils noch Änderungen bezüglich Längen usw. vorgeschlagen. In Zukunft wird sich das sicher auch mal noch verändern. Man wird sehen wo die Reise hingeht. Wir probieren auch alle mal gerne neue Arbeitsweisen aus, von daher kann sich da noch so Einiges entwickeln.

  1. Ich habe als Kritik geäußert, dass mir „Age Of Madness / Reign Of Chaos“ und „Remembrance“ etwas lang vorkamen. Dies muss ich, je länger ich die Songs höre, jedoch revidieren. Im Laufe der Zeit entdecke ich immer wieder neue Details und kann mich erst jetzt wohl so richtig tief in beide Songs hineinfallen lassen? Habt Ihr dies auch von anderen Hörern schon gesagt bekommen?

Ralf W. Garcia: Das Thema der „Langatmigkeit“ war bisher noch kein so konkretes Thema. Evtl. dann eher bei Metalfans und aber auch Bekannten oder im Freundeskreis, welche grundsätzlich nicht so sehr viel Doom Metal hören. Aus meiner Sicht ist es halt schon so, dass in dieser Stilrichtung des Metal ein einzelnes Riff (nicht immer) in manchen Passagen sehr dominant verwendet wird. Und das benötigt dann halt seine Zeit, bis sich die Harmonie/Melodie/der Lauf usw. richtig entfalten kann. Ich denke, dass geht nicht nur uns so, sondern auch vielen anderen Bands in diesem Doom Genre.

Aber eben wie Du schon sagtest, je öfter man es dann hört, desto mehr Details kann man entdecken und es kommt einem dann auch nicht mehr „lang“ vor. Der Trick dabei, meiner Meinung nach, ist es aber eben die Stilmittel und Arrangements so zu gestalten, dass dann immer rechtzeitig etwas im Song „passiert“ oder ein Wechsel entsteht oder eine andere Stimmung eintritt.

  1. Hast Du einen Lieblingssong auf dem Album? Welchen und warum?

Ralf W. Garcia: Wenn ich unbedingt einen wählen müsste…Dann nehme ich doch lieber zweiJ Den Titelsong und Remembrance. Der Titelsong des Albums, weil er so viele verschiedene Stimmungen, Gefühlsregungen und Stilmittel abdeckt und jetzt den heutigen Stand der Band als solches repräsentiert. Und Remembrance, weil er live eine ziemliche Urgewalt entfacht und extrem viel Spass macht zu spielen und zu singen.

  1. Wie gestaltet sich die Musikszene bei Euch? Ist es schwer und teuer, einen Proberaum zu bekommen? Ist es schwer, Konzerte zu veranstalten, live zu spielen?

Ralf W. Garcia: Die Schweiz hat, für die Grösse des Landes, eine proportional gesehen recht große Szene, was jetzt Metal im Allgemeinen angeht. Proberäume sind auch hier, wie fast überall, oft Mangelware. Und zudem gerade hier oftmals recht teuer. Wir hatten da Glück, da wir in einem Raum proben können, welchen unser Gitarrist Ralph und unser Drummer Reto schon seit über 15 Jahren mieten und wir dadurch keine unbezahlbaren Kosten haben. Was Konzerte angeht. Wir sind mittlerweile natürlich hier recht gut vernetzt, da wir alle schon rund 30 Jahre in Bands spielen. Ich komme ja ursprünglich aus Deutschland, aber spiele hier auch schon seit 20 Jahren in Bands, von daher kennen wir recht viele Clubs und Veranstalter. Jedoch ist das Land natürlich nicht groß genug, dass man jetzt jedes Jahr woanders spielen könnte. Für uns war von Anfang an klar, dass wir hier nicht jedes Jahr die gleiche Runde drehen wollen. Auch ein Grund dafür, dass wir seit der Gründung auch schon öfter in Deutschland, Österreich und zuletzt in Irland gespielt haben.

  1. Wie viel Zeit investiert Ihr in WOLF COUNSEL? Was sind die nächsten Liveaktivitäten, vor allem auch in Deutschland?

Ralf W. Garcia: Momentan macht die Band einen großen Teil meiner Zeit aus, was aufgrund der Veröffentlichung des Albums sich so natürlich entwickelt hat. Wir proben alle regelmäßig und jeder übt die Songs auch so für sich. Ich mache zudem noch das Booking und das Merchandise und alle anderen administrativen Sachen, die so ne Band mit sich bringt. Und dann natürlich noch der kreative Teil. Da kommen schon so einige Stunden pro Woche zusammen. Ich bin seit ein paar Monaten hauptsächlich Musikstudent, von daher liegt das zeitlich jetzt drin.

Bezüglich der Liveaktivitäten sieht es so aus, dass wir zwischen Februar und April noch einige einzelne Shows in Deutschland spielen werden. Ausserdem ist für Mai eine Tour durch mehrere europäische Länder in Planung. Diese Möglichkeit ist jetzt aber gerade ganz neu reingekommen. Details dazu werden wir dann im Januar spätestens veröffentlichen, sofern das alles so klappt, wie wir es mit unserer Partneragentur besprochen haben. Man wird sehen, jedenfalls sind regelmäßige Liveshows bis zum nächsten Album dann ganz sicher.

  1. Was hältst Du von Webzines wie unserem metalglory.com?

Ralf W. Garcia: Sehr viel. Ich habe selbst vor einigen Jahren für ein Metal Onlinemagazin geschrieben. Dadurch ist mir u.a. auch bewusst, wieviel Arbeit dahintersteckt, wenn man es professionell und „richtig“ machen will. Und das alles auf freiwilliger Basis und unentgeltlich. Das hat schon Respekt verdient, in meinen Augen. Ausserdem bietet es natürlich unbekannteren Bands eine Plattform sich zu präsentieren und dadurch im besten Fall noch mehr Leute zu erreichen. Von daher, eine absolut gute Sache. Also sowieso grundsätzlich finde ich Dinge, welche mit Herzblut und in guter Qualität gemacht werden, eine tolle Sache, welche unser Leben irgendwo auch bereichert. Jetzt mal so ganz generell. Natürlich ist mir auch klar, dass nicht die ganze Medienlandschaft und Szene so gestrickt ist. Aber so als Antwort auf Deine Frage.

  1. Was denkst Du, wo wird WOLF COUNSEL in 10 Jahren stehen? Wo siehst Du Dich selbst als Musiker und Person? Was sind deine Ziele?

Ralf W. Garcia: Ich plane persönlich nicht mehr weit voraus. Das Leben hat mich sehr oft gelehrt, dass es immer anders kommt als man denkt. Und dass es sehr schnell vorbei sein kann. Klar, ich habe auch so Visionen oder Vorstellungen z.B. im Halbschlaf, was noch kommen wir oder wie es sein könnte. Das sind aber eher Wünsche oder Träume. In 10 Jahren wird es Wolf Counsel sicher noch geben, eins meiner Wünsche von Anfang an war, dass wir bzw. ich mit der Band auch alt werden. Ich für meinen Teil werde das durchziehen, solange ich dazu rein geistig und körperlich imstande bin. Auch wenn es dann vielleicht irgendwann niemanden mehr interessieren sollte. Das ist jetzt schon ein Teil meines Lebenswerkes. Deswegen ist alles was noch kommt, sei es neue Platten, Festivals oder Touren u.a. alles ein weiteres Plus. Die Zufriedenheit mit dem was es jetzt ist, ist bereits vorhanden. Als Musiker strebe ich sehr nach Abwechslung und Entwicklung. Ich habe jetzt vor ein paar Monaten nicht umsonst mit fast Mitte 40 noch angefangen Musik zu studieren. Von daher möchte ich da auch weiterhin dranbleiben und ein besserer Bassist, Songwriter und Texter werden. Wer weiß was da noch kommen wird. Ich kann mir auch vorstellen, noch für andere Künstler oder Bands zu arbeiten. Das ist alles nicht ausgeschlossen. Und als Person. Gesund bleiben steht sicher ganz oben und mit mir selbst im Reinen sein, wenn der Tag des Abschieds dann kommt. Das lässt sich jetzt schlechter in Ziele formulieren, es gibt vielleicht ein Bild von dem, was mir so vorschwebt bzw. wichtig ist.

 

Lieber Ralf, vielen Dank für Deine Zeit. Ich wünsche Dir, Euch, für Eure persönliche Zukunft ebenso wie für Euer Wirken mit WOLF COUNSEL Alles Gute! Ich hoffe, Ihr seid bald mal in Deutschland, denn ich glaube, Ihr werdet Eure Massivität, Musikalität und Emotionalität sehr gut auf die Bühne übertragen können. Und das wird ein wahres Fest für alles Fans! Und darauf freue ich mich! Hast Du noch letzte Worte?!

Ralf W. Garcia: Ich danke Dir für die sehr intensiven Fragen. Das erlebt man so nicht alle Tage. Da bin ich fast ins Schwitzen geraten, beim Überlegen. Aber wie auch immer, vielen Dank für das Interview. Wir werden weiterhin dran arbeiten, entsprechende Konzerte und Songs abzuliefern, die diesen Begriffen, welche Du hier genannt hast, gerecht werden.

Beste Grüße aus dem Nordosten Deutschlands!

Cheers & Grüsse aus Zürich bzw. der Vor-Alpen-Region!

 

Ralf W. Garcia

www.wolfcounsel.net

23.11.2017

(Quelle Bild Ralf: facebook.com/thewolfcounsel/)

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