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DANZIG – Danzig sings Elvis

DANZIG (USA) „Danzig sings Elvis“ Label: Cleopatra /Membran – evillive Records Spielzeit: 39 Min. VÖ: 08.05. CD/Vinyl  /  24.4.

DANZIG – Danzig sings Elvis

DANZIG (USA) „Danzig sings Elvis“
Label: Cleopatra /Membran – evillive Records
Spielzeit: 39 Min.
VÖ: 08.05. CD/Vinyl  /  24.4. digital
Genre: Blues-Folk-Pop/Rock

Als Vorgeschmack auf die Idole seiner Jugend hatte Glenn Danzig bereits 2015 mit seinem Coveralbum „Skeletons“ auf sich aufmerksam gemacht sowie mit einigen einzelnen Tracks in den Jahren zuvor auf speziellen Releases, wie u.a. „The Lost Tracks of…“. Und schon sehr lange kursierte die Idee zum reinen Coveralbum mit Elvis Presley-Songs, weil es eben jener King Of Rock´n´Roll gewesen ist, der Glenn dazu gebracht hatte das zu werden, was er nun ist. Auf „Skeletons“ gab es bereits mit „Let Yourself Go“ einen Elvis-Song als Vorgeschmack, was wir nun jetzt, fünf Jahre später nun erhalten. Ein vierzehn Songs starkes Coveralbum „Danzig sings Elvis“ auf seinem eigenen Label. Und es ist eins der emotionalsten, persönlichsten Werke des Ausnahmemusiker-/Sängers von DANZIG, SAMHAIN, MISFITS!

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Was die Songauswahl anbelangt, nimmt Glenn sich eher den unbekannteren Songs an. Reine Elvis-Fans mal ausgenommen, dürften „Fever“ und natürlich „Always on my Mind“ den meisten bekannt vorkommen, alle anderen Tracks, nun ja. Die überwiegende Mehrheit der Songs bewegt sich im ruhigen, akustisch-geprägten Gewässer; ein Soft-Folk-Blues-/ und Lagerfeuer-Charakter entsteht eher als der „tanzbeinschwingende“ Rock´n´Roll. Mit Ausnahme von u.a. „One Night“, “ Baby Let’s Play House“ und „Girl Of My Best Friend“, jene haben noch am ehesten etwas mit rockigen Gitarren bzw. Rockabilly was am Hut, da kann die Hüfte schon mal ein wenig Bewegung vertragen. Aber ansonsten, die fetten Gitarren oder Rock-Ausbrüche als auch Dark Rock sucht man bei den Stücken vergebens. Die Herangehensweise von Glenn ist eher dezent, minimalistisch, eben sehr gefühlvoll. Und über allem herrscht die düster-tiefe Baritonstimme von Glenn Danzig, keine Frage, es ist sein Lebenstraum sich diesen Songs auf diese Art und Weise zu widmen. Aber leider versucht er bei einigen Songs stimmlich tatsächlich an Elvis heranzukommen (u.a. „Like A Baby“), was wiederum nicht wirklich Sinn ergibt, wenn ein Coversong keine reine „Kopie“ darstellen soll. Das ist für meine Begriffe nicht das, was wirklich notwendig gewesen wäre, zumal seine Stimme ja sowieso Ähnlichkeiten des Stils des Kings of Rock´n Roll besitzt. Zudem hätte ich persönlich, als durchaus langjähriger Fan von Danzig/Mistfits/Samhain sowie Elvis Presley doch eher erwartet bzw. mir gewünscht, dass sich Glenn auch mal einer fetten Rock-/Metal- oder Punk-/Industrial-Version widmet, um eben die unvergleichlichen Elvis Presley-Songs auf die eigene Art, die DANZIG-Art zu hieven. Es wäre nämlich alles andere als umspannend eine fette Gothic-Punk-Version von Elvis-Songs mit Glenns Stimme zu hören. Aber nun.
Dennoch, je öfter ich die Songs durchlaufen lassen, muss ich auch zugeben, dass es wie eben schon erwähnt, ein erfüllter Lebenstraum, eine Herzensangelegenheit von Glenn Danzig klingt. Es soll wohl ein rein persönliches Album sein, als Tribut an sein Idol. Daher zähle ich es nicht eher nicht in die typische Danzig-Diskografie, sondern eher zu den Soloprojekten á la „Black Aria“. Denn, diese emotionalen Songs haben durchaus ihre Wirkung, nicht zum abrocken, sondern am Lagerfeuer oder dem heimischen Kamin, mit Kerzenschein und einer guten Flasche Wein.

Fazit:
Obwohl man zahlreiche Balladen von Danzig kennt und lieben gelernt hat, hat man ihn selten so zerbrechlich, emotional und persönlich erlebt – obwohl es „nur“ Coversongs sind – oder gerade deswegen (?)!

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Tracklist:

  1. Is It So Strange
  2. One Night
  3. Lonely Blue Boy
  4. First In Line
  5. Baby Let’s Play House
  6. Love Me
  7. Pocket Full Of Rainbows
  8. Fever
  9. When It Rains It Really Pours
  10. Always On My Mind
  11. Loving Arms
  12. Like A Baby
  13. Girl Of My Best Friend
  14. Young And Beautiful